Was macht Mind Game Sport Management?

Von Tony Mamodaly:

Mind Game Sport ist eine Beratungsagentur, die es sich zur Aufgabe gemacht hat talentierten Fußballern aus der Eindimensionalität des deutschen Profi-Fußball auszubrechen. Agierend an der Schnittstelle zwischen College Vermittlungsservice und Spielerberatungsagentur, hat sich die von Tony Mamodaly gegründete Agentur das Ziel gesetzt jungen Fußballern mithilfe von Fußballstipendien in den USA neue Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen.

Heute leite ich hauptberuflich die Agentur Mind Game Sport, welche sich mittlerweile darauf spezialisiert hat die Brücke zwischen dem deutschen und amerikanischen Fußballmarkt zu schlagen. Dabei konzentrieren wir uns auf Spieler, die wir intern als sogenannte Grenzspieler bezeichnen. Darunter verstehen wir Talente, die wenn alles normal läuft den Weg in den Profi-Fußball gehen können, aber wenn nur einer der oben erwähnten äußeren Faktoren wegbricht, den Sprung nicht schaffen. Genau für diese Jungs (und mittlerweile auch Mädels) ist das US College Sport System prädestiniert. Wir helfen diesen Spielern dabei geeignete Colleges zu finden und unterstützen sie dabei, anders als die mittlerweile en masse vorhandenen College-Vermittlungsagenturen, während der gesamten Zeit ihres Studiums.

Wir sehen jeden unserer Spieler als Rohdiamanten. Unser großes Ziel ist es, dass unsere Jungs und Mädels die Zeit im College als Sprungbrett nutzen können um ihr akademisches, fußballerisches und menschliches Potential zu maximieren. Bitte entschuldige meine klischeehafte Startup Sprache, aber, wenn man mal einen genauen Blick auf die Entwicklungsmöglichkeiten unserer Spieler schaut, dann kann man das leider nicht wesentlich bodenständiger ausdrücken.

Marvin Hezel, der beim SC Freiburg II aussortiert wurde, ist gerade nach vier Jahren in Miami nach New York gezogen und hat dort einen Job bei SAP’s Next Business Gen Unit übernommen. Manuel Andreani schaffte ebenfalls über die Columbia University den Sprung an die Wall Street.
Christopher Hellmann und Julian Büscher wurden 2016 in die MLS gedraftet.
Kevin Feucht lief vergangenes Jahr an der Seite von Heidi Klum, Zac Efron und Kendell Jenner über den roten Teppich bei den Golden Globe Awards.

Dabei erkennen wir immer wieder die gleichen Entwicklungsmuster. Zunächst kommt es zu einem Karriereknackpunkt, an dem sich viele Jungs und Mädels nicht nur orientierungs-, sondern zum Teil auch wertlos fühlen und ihren Platz im Mikrokosmos Fußball suchen.

Das ist meistens der Zeitpunkt, an dem wir ins Spiel kommen. Wir bieten diesen zweifelsfrei talentierten jungen Menschen die Möglichkeit in den USA auf einem weißen Blatt Papier von vorne anzufangen. Sobald diese Spieler ihr Studium in den USA beginnen kommt es zur ersten Phase, der Experimentationsphase. Hier merken die Spieler/innen, dass ihre Qualitäten sowohl auf als auch neben dem Platz gefragt sind. Das Selbstwertgefühl steigt, der Spaß kommt zurück, gute Leistungen pendeln sich ein. Es kommt zu einer Modifizierung des gebeutelten Ichs.

Gegen Mitte des zweiten Jahres beobachten wir dann häufig Phase 2, die Selbstfindungsphase, in welcher der Spieler alte Schwächen ablegt, neue Stärken kennenlernt und entwickelt. Es kommt zu einer unbewussten Veränderung der eigenen Wahrnehmung. Aus sportlicher Sicht kann das bedeuten, dass man durch das deutlich athletischere Training neue Kapazitäten entwickelt, seinen Spielstil verändert, an Reife gewinnt und/oder die Ruhe auf dem Platz ausstrahlt, die womöglich den Spieler vorher am Durchbruch verhindert haben. Ähnliches lässt sich im Studium beobachten. Jungs und Mädels, die vorher keine Ahnung hatten was sie jemals neben dem Sport machen sollten, beginnen klare Vorstellungen ihrer beruflichen Laufbahn zu bekommen. Dabei agieren sie im Vorlesungssaal so wie sie es aus ihrer sportlichen Karriere gewohnt sind: mit viel Fleiß, Disziplin, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit. Dazu besitzen unsere Spieler zudem einen anderen Erfahrungs- und Lebenshorizont, der sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung ausübt.

Die letzte entscheidende Phase nennen wir Transformationsphase. In dieser legt der Spieler seine letzten Zweifel ab, forciert die Arbeit an seinen Stärken und entwickelt eine klare Strategie um an sein selbst gestecktes Ziel zu gelangen. Dies mag bei dem einen der Weg in die Major League Soccer, also zurück in den Sport, bei dem oder der anderen die Gründung ihrer eigenen Firma oder der Start im Job ihrer Wahl sein.

Für mich ist es das Größte, zusammen mit meinem Team, unsere Spieler und Spielerinnen in ihrem Bestreben zu bestärken, ihr persönliches maximales Potential zu erreichen und somit schlussendlich einen positiven Einfluss in deren Leben zu hinterlassen. Ganz getreu des typisch amerikanischen Mottos „Your network is net worth“ haben wir uns hier in einer Konstellation zusammengefunden, in der wir Möglichkeiten in allerlei Richtungen kreieren wollen, wohlwissend, dass jeder unserer Spieler, den wir irgendwo platzieren unseren Kommunikationsweg zu diesem Arbeitgeber in der Wirtschaft oder im Sport in Zukunft drastisch verkürzt. Das nennen wir bei uns Win-Win-Win Situation.

Was passiert mit den jungen Talenten, die den Sprung nicht schaffen?

Von Tony Mamodaly:

Mind Game Sport ist eine Beratungsagentur, die es sich zur Aufgabe gemacht hat talentierten Fußballern aus der Eindimensionalität des deutschen Profi-Fußball auszubrechen. Agierend an der Schnittstelle zwischen College Vermittlungsservice und Spielerberatungsagentur, hat sich die von Tony Mamodaly gegründete Agentur das Ziel gesetzt jungen Fußballern mithilfe von Fußballstipendien in den USA neue Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen.

 „Nur weniger als 5% der Spieler aus den Nachwuchsleistungszentren den Sprung nach oben, darunter die 3. Liga mitinbegriffen.“ Das bedeutet im Klartext, dass 95% aller Jungs, die teilweise seit ihrem zehnten Lebensjahr vier- bis fünfmal die Woche trainiert haben, jedes Wochenende hunderte von Kilometern zu Spielen gereist sind und den Großteil ihrer Jugend dem großen Traum Fußballprofi zu werden untergeordnet haben, am Ende ihrerJugendkarriere mit 18 Jahren in der vierten oder fünften Liga landen – oder die Schuhe gar komplett an den Nagel hängen.

Ich bin einer von ihnen. Seit meinem 6. Lebensjahr habe ich Fußball gespielt, dazu habe ich ein Jahr später noch mit dem Handball angefangen. Bis zu meinem 17. Geburtstag spielte ich parallel für die B-Junioren der Rhein-Neckar Löwen und die U17 der TSG Hoffenheim. Im Handball durfte ich gar zwei Landerspiele für Deutschland bestreiten. Dass ich früher oder später eine Entscheidung für die eine oder andere Sportart treffen musste war klar. Obwohl ich im März 2017 nach dem Länderspiel gegen Dänemark meine Handballschuhe an den Nagel hängte, verfrachtete man mich in Hoffenheim im entscheidenden U19 Jahr aufs Abstellgleis. Rückblickend ein gravierender Einschnitt.

Gezwungenermaßen wechselte ich mit 18 zum Karlsruher SC, wo es für mich leider nicht so gut lief. Nach einem geplatzten Transfer zu Dundee United in Schottland, landete ich bei Dynamo Dresden, wo ich mich über die U23 fürs 3. Liga Team beweisen sollte. Nach 1 ½ Jahren in Dresden in denen ich sportlich keine Rolle im Club spielte und zusätzlich unter chronischen Patellarsehnen-Problemen litt, erreichte ich dann 2011 mein persönliches Tief. Aufgrund mangelnder Perspektiven landete ich nach Vereinslosigkeit im VDV Camp, ein von der Spielergewerkschaft VDV organisiertes Trainingscamp für vereinslose Profifußballer und Rekonvaleszenten. 

Was bedeutete das für mich? Ich war vereinslos, durfte erst im Juni wieder einen neuen Vertrag unterschreiben und würde 5 Monate ohne Mannschaftstraining, ohne Gehalt und ohne Ziel überbrücken müssen. Mir wurde der Boden unter den Füßen weggezogen. Alles wofür ich seit Jahren so hart gearbeitet hatte, war plötzlich verschwunden. Ich fiel in einen depressionsartigen Zustand, hatte Panikattacken, litt unter Lust- und Antriebslosigkeit und fragte mich oft wofür ich morgens überhaupt aufstehen sollte.

Nur durch Zufall erfuhr ich ein paar Wochen später von der Möglichkeit in den USA Fußball und Studium im College zu verknüpfen. Ich wusste nichts über das System, konnte die Sprache nicht. Ende 2012 zog ich von Mannheim nach Miami, wo ich ein Vollstipendium im Wert von $240.000 erhalten hatte. Vom ersten Tag an schwor ich mir alles zu geben, das Vertrauen zurückzuzahlen und so hart an mir zu arbeiten, dass ich mich nie wieder in ein solches Abhängigkeitsverhältnis begeben zu müssen. Durch die Kombination von Studium und Fußball konnte ich nicht nur zweigleisig planen, sondern verspürte auch deutlich weniger Druck auf meinen Schultern. Dazu hatte ich durch meine taktisch-technische Grundausbildung und meiner Erfahrung auf dem Platz einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Dadurch entwickelte ich neues Selbstbewusstsein, durch das Selbstbewusstsein kamen die guten Leistungen zurück. Durch die guten Leistungen machte Fußball plötzlich wieder Spaß.

Nach 3 Jahren an der Uni in Miami durfte ich meinen Bachelor feiern – mit 1.0, als Jahrgangsbester. Das ist deswegen verrückt, weil ich nie großen Wert aufs Lernen gelegt hatte. In der Schule hatte ich mein Abitur mit Ach und Krach mit 2.9 geschafft. Im März 2015, also kaum 3 Jahre nachdem mich kein Regionalligist in Deutschland mehr unter Vertag nehmen wollte, erhielt ich innerhalb einer Woche die Zusagen von Harvard und Columbia University, zwei der besten Unis der Welt, die ich vorher nur aus Filmen kannte.

Das war mein persönlicher Wendepunkt, der Moment an dem ich beschloss meine Erfahrung an all die Jungs zurückzugeben, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, wie ich damals. Noch bevor ich mich entschied meinen Master an der Columbia University in New York zu beginnen, gründete ich die Agentur Mind Game Sport. 

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